Barrierefreiheit

Warum „Hier klicken" und „Mehr erfahren" ein Barrierefreiheitsproblem sind

Screenreader-Nutzer blättern Links oft komplett unabhängig von der Reihenfolge durch – vager Linktext macht das völlig unmöglich.

Was es ist

Der Linktext ist der tatsächliche klickbare Wortlaut eines Links – in „Hier klicken, um unsere Preise zu sehen" sind die Wörter „hier klicken" der Linktext, obwohl „Preise" das Wort ist, das in diesem Satz eigentlich die Bedeutung trägt. Diese Prüfung sucht nach Links mit vagem, generischem Text wie „hier klicken", „mehr erfahren" oder „Link", statt beschreibendem Text, der erkennen lässt, wohin der Link tatsächlich führt.

Viele Screenreader haben eine Funktion, mit der sich eine Liste aller Links auf einer Seite aufrufen lässt, völlig losgelöst vom umgebenden Satzkontext, gerade um schnell auf einer Seite herumzuspringen – und genau in dieser Situation versagt generischer Linktext.

Warum es wichtig ist

Ruft ein Screenreader-Nutzer diese Liste von Links außerhalb ihres Kontexts auf, gibt eine Seite voller Links, die alle „hier klicken" oder „mehr erfahren" heißen, keine Möglichkeit, ein Ziel vom anderen zu unterscheiden – übrig bleibt eine Liste identischer, bedeutungsloser Einträge statt einer wirklich brauchbaren Navigation durch den Seiteninhalt. Auch ohne diese spezielle Funktion zu nutzen, gibt ein mitten im Satz als „hier klicken" angesagter Link keinerlei Vorabhinweis darauf, wohin er führt, bevor man entscheidet, ihm zu folgen.

Das ist ein rein textlicher Fix ohne Code-Änderung – anders als viele Barrierefreiheits-Themen erfordert das keine technische Anpassung, nur andere Wörter für denselben Link.

So behebst du es

  1. Durchsuche den Inhalt deiner Seite nach generischen Linkformulierungen wie „hier klicken", „mehr erfahren", „weiterlesen" oder „Link", die als gesamter klickbarer Text stehen.
  2. Formuliere jeden davon so um, dass der Linktext selbst das Ziel beschreibt – zum Beispiel „Unsere Preispläne ansehen" statt „hier klicken für Preise".
  3. Bei einem „Weiterlesen"-Link nach einer Artikelzusammenfassung: Mach lieber den Titel des Artikels selbst zum klickbaren Linktext, statt eine separate generische Formulierung zu verwenden.
  4. Bei reinen Icon-Links (z. B. Social-Media-Icons) füge ein aria-label mit dem Ziel hinzu, ähnlich wie bei der Lösung für reine Icon-Buttons.
  5. Teste mit der Linkliste-Funktion eines kostenlosen Screenreaders (verfügbar in NVDA und VoiceOver), um zu prüfen, ob jeder Link jetzt für sich genommen eindeutig und aussagekräftig klingt.

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